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Full text of "Pringsheim Family Collection"

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Collection 

AR 887 



Sys# 000193768 

LEO BAECK INSTITUTE 

Center for Jewish History 

15 West 16th Street 
New York, NY 10011 

Phorie (212)744-6400 

Fax: (212)988-1305 

Email lbaeck@lbi.cjh.org 

URL. http://www.lbi.org 



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Heinz Pringsheim 80 Jahre 

Heinz Pringsheim, der am 7. April in seiner 
Vaterstadt München achtzig Jahre alt wird, hat 
der Musik ein Leben lang auf vielfältige Weise 
gedient. Er — übrigens ein Schwager Thomas 
Manns — hatte zunächst Philosophie studiert, 
sich aber dann in nur scheinbar jähem Entschluß , 
der Musik zugewandt. Noch vor dem Ersten 
Weltkrieg amtierte er in Bochum und im elsässi- 
schen Mühlhausen als Kapellmeister. Später ge- 
wann die kritische Tätigkeit die Oberhand: 
Pringsheim zählte in den zwanziger Jahren zu | 
den profilierten Erscheinungen im akkreditier- 
ten Kritiker-Korps der alten ReichshauptstadL 
Sein Stil war stets unprätentiös. Die Sachlich- 
keit, die Richtigkeit ging ihm über gleißende 
Pointen, ohne daß er deshalb auf jedwede Emo- 
tion verzichtet hätte. Das weitgespannte Netz sei- 
ner kritischen Mitarbeit, das er sich bis ins Aus- 
land hinein hatte weben können, wurde 1933 durch 
ein Berufsverbot jäh zerrissen. Erst 1945 konnte 
er seine Arbeit wieder aufnehmen: In dieser Zei- 
tung trat er mit dem alten, jugendlichen Elan 
(den auch der Achtzigjährige noch besitzt) wie- 
der auf den Plan und half erneut, ein Funda- 
ment für die freie, souveräne Musikkritik zu er- 
richten. Dann holte man ihn, den ob seiner un- 
gewöhnlichen Kenntnisse Hochgeschätzten, zum 
Rundfunk, dessen Musikabteilung er ( aufbaute. 
Daß er dabei die entscheidenden Voraussetzun- 
gen für die „Musica-viva"-Reihe schuf, muß ihm 
immer wieder aufs Neue gedankt weiden, pan | 



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Der Familienname PRINGSHEIH. 

Die Deutung dieses schlesisch - jüdischen Familien- 
namens, der 1794- zum ersten Mal in den Akten vorkommt, ist 
sehr schwierig Vielleicht ist es ein veränderter Ortsname, 
vielleicht auch nur ein vorgetäuschter Ortsname und vielleicht 
eine Analogiebildung zu den Judennam6n Türkheim, üertheim usw. 
Es ist kaum anzunehmen, dass Pringsheim ein sogenannter Satz- 
name ist, der in "Brings heim" (nach Analogie von Leberecht, 
Immerwahr, Traugott) aufgelöst v/erden kann. Eher ist anzu- 
nehmen, dass die zweite Silbe des Namens(heim) eine Anspie- 
lung auf den Namen des ältesten bekannten Vorfahren dieser 
Familie Chaim(Haim/ ausgesprochen) enthält. 

II. 
Löbel Jehuda Pringsheim l(Geschwister und Nachkommen). 

Wie bekannt, sind alle Träger des Namens Pringsheim 
Nachkommen des Bernstädter Juden I.Tenachem b. Chaim (Hendel 
Jochen) Pringsheim, da dessen in Oels wohnender Bruder Hey er 
kinderlos war. Auch Löbel Jehuda Pr.I war einer der sieben 
Söhne dieses kinderreichen Vaters, die folgendermassen heissen: 
(sie sind wohl alle in Bernstadt geboren, wo der Vater seit 
ca. 1753 als B ranntweinpächter nachweisbar ist). 





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1. Chaim geb. (?) gest. 1791 mit Hinterlassung eines Sohnes 

CTehuda Lob II (der in Abschn.3 behandelt wird), 

2. T'oses geb. (?), seit !7 8 9 in Oels. 

3. I'eyer geb. ( ? ), 1812 in Bernstadt. 

4. Elia geb. 176I in Bernstadt. 

5. Israel geb. 1762 in Bernstadt. 

6. Joseph geb. ca. 177^ in Bernstadt". 

7. Jehuda Löblgeb. fca. 1776. 

Von dieser. Jehuda Lob b. I*enachem( Löbel Kondel) 
ist bekannt, dass er 1305 das Stadtbürgerrecht zu Bernstadt 
erwarb und sich mit Handel geb. Nathan verheiratete. Er war 
Schankwirt, Kleinwarenhändler in Bernstadt, wo er auch 1812' 
das Staatsbürgerrecht erhielt. 

III. 

Löbel Jehuda Frj ngsheim II. 
Den oben erwähnten Chaim b. I'enachem (Heimann Hendel) 
Pringsheim, der 1791 verstarb, wurde am 25. 9. 1738 ein Sohn 
zu t.Tühlat schütz geboren, der den Namen Jehuda Lob (Löbel Heinann) 
erhielt. Er heiratete kurz vor 1810 die aus Rosenberg gebürtige 
Rebekka, Tochter des Samue] Weigert (geb. 14. Oktober 1791). Aus 
dieser Ehe stammten, soweit bisher feststellbar, folgende Kinder- 

1. Chaim geb. 19. Februar 1810 in Bernstadt , gest. 23. 5. 1375 in 
^^^^ Oppeln^' 

2. Hund el( locht er) geb. 14. 9. 1815 zu Strehlitz Krs.Namslau. 

3. Abraham (nannte sich später Adolf )geb. 11. Hai 1318 zu Strehlitz 

Krs. Farns lau. 



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4. Dorel geb. 24. Juli 1822 zu Ottendorf Krs .Wartenberg. 
},»U*rtUu*d5. Elias G eb. 21,April 1324 zu Stradam Krs. Wartenberg. 
6. Mendel geb. 8. Juli 1327 zu Langenhof Krs.Oels. 

Dann zog Löbel II nach Bernstadt und von dort 
über Dometzko Krs. Oppeln (wo er sich 1839 aufhielt) nach 
Oppeln selbst .Dort starb er im Frühjahr 1863 und wurde auf 
dem dortigen jüdischen Friedhof beerdigt. 

IV. 
Joseph b. renachem Pringsheim. 

Joseph b. Henachemt Joseph Mendel) Pringsheim 
war ein Bruder von Löbel Jehuda Pringsheim I und Onkel von 
Löbel Jehuda Pringsheim II. 

Er ist ca, 1774 in Bernstadt geboren und erhielt 

5) 
auch dort 1812 das preussische Bürgerrecht. Verheiratet war 

er mit Nanni (Hanna ?) geb. Köbner. Er starb 83 Jährig als 
Partikulier in Bernstadt am 16. Dezember 1857 und ist auf 
dem alten Friedhof in Hühlat schütz beerdigt. Seine Frau starb 
dort am 7. Juli 1858 ;sie ist auf demselben Friedhof beerdigt. 

In den Bernstädter Geburtsregistern kommt ein 
Mendel Joseph Pringsheim seit 1828 vor, der entweder ein Sohn 
des Joseph Mendel ist oder vielleicht nur eine Namensverdrehung 
davon darstellt. 







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Anmerkungen 



1. Staatsarohiv Eep. 33 II, 91 vol. 2 (KSBistapisximxfiasitzxaar 

2K23IxS±rEktBr-xi,BaBEKtSHIIX+7.BrBSlaH^ 

2. Verzeichnis der Kinder sowie ihrer Geburtsclaten-und Orte 
nach der im Stadtarchiv- Bernstadt tefindlichen Hachweisung 
der dort am 26. Juni 182? vorhandenen jüdischen Staatsbürgern 
und ihre )f Familienmitglieder*, wo die Familie Löbel Keimann 
Pringsheim II unter Hr. 58 erwähnt wird. Der älteste Sohn 
Chain fehlt dort, wahrscheinlich,, weil er nicht mehr zu Hause 

war. 

3. Seine Abstammung ergibt sich aus seiner Sterbeurkunde. 

4. Die merkwürdige Tatsache, dass die Kinder an verschiedenen 
Orten geboten sind, erklärt sich daraus, dass der Vater den 
Beruf des Branntweinpachters hatte und die Pachtgelegenheiten 

oft wechselten. 

5. Nach dem gedruckten Sta*tsbürgerverzeichnis der schlesischen 

Juden vom Jahre 1812. 

6. Nach den Akten über Veränderung der Judeof amilien in der 
Stadt Oppeln von 1812 - 1847. 






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/ Einiges von der Familie Weigert 

Löbl Joachim Pringsheim (= Jehuda ben Chajim) heiratete kurz 
vor 1810 Rebekka Weigert, geb. 14. 10. 1791 in Roäenberg, Tochter 
des Simuel Weigert, geb. 1737, gest. 1835. Dieser lebte als 
Schankpächter und Händler in den Dörfern des Kreises Rosenberg 
und starb in Rosenberg. Er war ein Sohn de3 Hilel Weigert, 
über den sonst nichts bekannt ist. ausser dass er in Bischdorf 
bei Rosenberg lebte, wahrscheinlich auch als Schankpächter. 
Die Mutter der Rebekka war Reisel (Rosa) ( etwa 1760-1835)» 
Tochter eines gewissen Salomo (Sachs?) aus Zülz O.S., wo eine 
alte Judengemeinde sass. 

Rebekka Pr. hatte 6 Kinder, von denen meine Mutter mehrere 
kannte und ich als Kind auch noch zwei gesehen habe, die Ge- 
schwister meines Grossvaters. Ichrbesitze ihre Namen und Ge- 
burtsdaten. Reb.Pr. starb 18.4.1851 in Oapeln. 

Folgende Weigerts sind mir noch bekannt: 
1. Buchhändler Ludwig W. in Breslau, Vetter 2. Grades meines Vaters. 
2. Pathologe Karl W. , Bruder von 1. 

3.Mehe / rere Schwestern, von denen meine Mutter einiges weiss. 
4. Ein anderer W., ebenfalls Vetter 2. Grades meines Vaters war 
der Begründer der Schmiedeberger Teppichfabrikation in Schlesien. 

a, Sohn von 4 ; Stadtrat in Berlin 

b, Tochter von 4, Frau Dr.Sackur, Mutter des begabten, früh ver- 
unglückten Prof .Dr.Sackur, eines guten Bekannten von mir. 

5. Prof .Dr. F. Weigert, Zusammenhang mir unbekannt, in Markkleeberg 
in Sachsen, früher Techn. Hochschule Dresden, bekannter Physiker 
(Photochemie) Ich schrieb vergeblich an ihn. 
6. Eine Schwester der Rebekka heiratete einen Ehrlich. 










Weniges von der Familie Rosin , 



Heimann (Heiman=Cha;jim) Pringsheim, geb. 19 .2.1810, mein Gross- 
vater war um 1830 zusammen mit Raff .Ledermann aus Bernstadt 
in Freudenthal ($st .Schles . )bei der jüd. Brennerei Blühdorn. 
Am 2.1.1829 heiratete er in Rosenberg die dort am 22.1.1815 feeb. 
Fanny (Veigele) fiosin, von der er 10 Kinder hatte. Sie war die 
Tochter des Menahim Mendel Rosin, Lehrers und Schankwirtes in 
Rosenberg, gest. 11.5.1847 in Tarnowitz,und der Gelle Schlesinger. 
Die Väter dieser beiden, Israel Rosin und Naftali (oder Natan) Zwi 
trugen den Titel "Morenu" . Der Bruder der Fanny, David Heiman war 
Dozent am Breslauer Rabbiner-Seminar. Sein Sohn war Geh. Rat Heinrich 
Rosin, Arzt und Prof. an der Berliner Univers., ein Neffe von ihm 
war Geh. R.Heinrich Rosin, Prof . an der jur.Fakult.in Freiburg. 






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Uebersicht der Träger des Namens Pringsheim, 
welche öffentlich hervortraten. 



1. Industrielle 

Simon , Gründer der Perrum A.G. Verwandtschaft ? 

Rudolf, Sohn von Heiman und Vater von Alfred »grosser Eisenbahn- 
Unternehmer, Palais Pr. in der Wilhelmstrasse in Berlin.^ 
Heiman, geb. 1810, Bierbrauer und Zementfabrikant. *jj£Z£^* & 
Emil, Sohn von Moritz, Giesserei in Breslau, wohl vom Vater gegründet. 

2. Gelehrte 

Nathanael, geb. 1823, berühmter Botaniker und Professor, Begründer der 

Deutschen Botan. Gesellschaf t und der ersten Bot. Zeitschrift, 
welche der Anatomie und Physiologie diente und dient. 
Alfred, geb. 1850, Geh.Rat, Prof. in München, Mathematiker *nd Eunst- 
' sammler in München, Sohn von Rudolf und Vater von Peter und 
Klaus, sowie der Frau von Thomas Mann. 
Ernst, geb. 1869, Prof.Ord. Physik in Breslau, Begründer der Sonnenphys. 
Peter, Sohn von Alfred, fri.her Prof.Ord. Physik in Berlin,üniv. , jetzt 

in Brüssel. 
Hans, Sohn von Hugo, geb.1876, Zuckerch 2 miker, Univ.Berlin, jetzt Genf 
Erngt .1 „ .. » 1881, Pflanzenphysiologe, erst Univ.Berlin, 

seit 1922 in Prag. 0rd# 
Pritz, » " ". geb. 1882, Prof/Univ. Göttingen, dann Freiburg, jetzt 

Berlin-Wannsee, Dr.h.c. Univ. Athen 
3. Anderes 

Gustav, geb. Sohn von Sigmund, Oberbergrat 
Klaus, Sohn von Alfred, Kapellmeister in Tokyo 






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Der älteste feststellbare Vorfahre der Familie Pringsheim 
ist der nur seinem Namen nach bekannte Chajim ( Joachim), der in 
der ersten Hälfte des 18. Jahrh. gelebt haben muss. 

Im Jahre 1760 war er bereits gestorben, denn damals unter- 
schrieb sein Sohn Mendel Jochim eine Eingabe der Bernstädter 
• jüd. Gemeinde vom 4. XII. 1760, die die Anstellung des Kran-. 

kenwärters Joseph aus Bernstadt behandelte ,' an 1. Stelle mit der 
.-. • hebr. Unterschrift. (Mendel, Sohn des Chalim sei. And. aus Bernstadt) 



. 



II. 



•Die 2 Söhne dieses Chajim- Mendel in Beimst. und Meier in 
Oels sind die Ahnen der heute weit *RÄxfcx*i± verbreiteten und 
durch Geist und Geld ausgezeichneten Uamilie Pr.' Beide widme- 
ten sich dem einträglichen und damals von J. in Schlesien sehr 
häufi* betriebenen Branntweinausschank. , und zwar in der für J. 
» einzig erlaubten und möglichen Form als Pächter. In ganz Schlesien 
hielten sich damals die Fürsten und Grundherren jüd. »Arrendato- 
ren» (Pächter), denen sie gegen erhebliche Summen alle möglichen 
Nutzniessungen innerhalb ihres H*rrschaf tsbesitzes verpachteten. 
Allerdings hatte die österr. Bsgierung am 27. 9. 1725 ein 
Pachtverbot über die J. verhängt und den/ Standesherrsdhaf ten 
bei strengster Strafe untersagt, den J. irgendwelche Gerechtig- 
keitan zu verpachten. Aber dieses Verbot bezog sich nicht auf 
f • die Pacht von Branntweinhäusern, für die es wohl damsl keine 
- e< ' zuverlässigeren Pächter gab alsdie J. Diesen Erwerb den J. zu unter 
sagen war erst der Regierung Fr. d. Gr.' vorbehalten. 

• Die Herzöge von Oels und Bernstadt bedienten sich 
schon frühzeitig jtfdi »Faktoren«/ wie der damals allgemeine Ausdruck 
Äir diese J«aT nicht beamteten Krater und Geldgeber der grösseren 
und kleineren Herrschaften lautete.' Schon am Ende des 17. Jahrh. 
bediente sich der Herzog von Bernst. eines jüd. Zollpächtera, der 



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in Hünern sass; allerdings hatte er auoh die Brannweinpacht 

r den J. vermietet. Ein Bericht aus dem Jahre 1694 sagt vom 

Herzogtum Berns t. folgendes aus: "Allhier wehren ihrer drey f 
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rioch mitt diesem zu Hünern gerchnet, hetten den Zohl und 

Branntwein urbahr in mittung, geben- weiter kein Schutzgeldt." 

Diese Verhältnisse blieben so bis zum Jahre 1725; wo es 
das bereits erwähnte Verbot der österr. Regierung den J. unmöglich 
machte, andere Gerechtigkeiten zu pachten, als Branntw einschwenken. 

Diese Zeit der Eroberung Schlesiens durch Fr»d. Gr. wohnten 
in Bemst. einige Familien, die Krämer und Händler waren. Eine 
Zählmng aus dem Jahre 1751 ■ die während der Regentschaft des 
Herzogs von WürtAemberg-Oels, des Herzogs Karl Christian Erdmann 
stattfand, zählten in Bernst. 3 privilegierte J. , die sich mit 
Kram und Handel beschäftigten. Ausserdem befanden sich noch 
7 Farn, in einzelnen Dörfern des «reises Bernst. , die hauptsach- 
lich Brannweinpächter waren. Nur in Bernst» selbst fehlte ein 
k jüd. Brannweinpächter. Es sollte nicht lange dauern, so wurde 

auch diese Lücke ausgefüllt. In der Person des Mendel P. fand 
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sich bald ; der Bewerber um diese Stelle» Er war der Sohn des 
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schon erwähnten Chalim und Bruder des Meier P», der sich als 

Arrendator in der anderen Stadt des *m±. kleinen Fürstentums 
in Oels, njLederliess«. 

III. . , 
1753 äiess sich Mendel. Chajim Pr. in Bernst. als 
Branntweinschenk er und als Pächter des dortigen Schloss-brau-urbahr 
nieder. . (d.h. die auf dem dortigen Schloss liegende Braugerech- 
tigkeit) Er muss sehr reich gewesen sein, da er wohl sonst 
kaum die wahrs c hei nlich nicht zu geringe Pachtsumme hätte auf- 
bringen, können.. Eir\ weiterer Beweis. für seinen Reichtum und 
seine angesehene Stellung unter, seinen. Glaubensgenossen ist 






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die Tatsache, dass er bis zum Vorsteher der dortigen kleinen 
Gemeinde aufrückte. Bereits 1760 unterschrieb er eine an die 
Behörde gerichtet Eingabe der dortigen Gemeinde mit hebr. 



Unterschrift an 1. Stelle. 



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1761 besass er bereits., nach einem BeAt. J. -Verzeichnis 
aus diesem Jähre, eine Brannte ins chenke und ein Häusel. Das 
. Haus war ein so*. "Freihaus •• , .das er wahrscheinlich deswegen 
sein eigen nennen konnte, weil er es wohl auf bisher wüstem 
Boden selbst erbaut hatte. Nur unter dieser Bedingung war es 
nämlich J. möglich (im Frideric. Preussen) , in den Besitz eines 
eigenen Hauses zu kommen. 17*64 sagt ein Bernst. J-Verzeichnis 
folgendes von ihm aus: "Mendel-Jo ehern, Brau- urbahrs Arrendateur 
wohnt schon allh'ier 11 Jahre. Seine Farn, besteht aus seinem 
Weib, seiner Tochter und Sohn, so noch unmündig." Wie hieraus 
hervorgeht, hat er-kurz vorher geheiratet. Im Laufe der nächsten 
Jahre vergrösserte sich seine Farn. Im Jahre 1783 hatte er 6 Söhne 
von denen 2 «ber m 15 und 4 unter 15 Jahren waren, sowie 2 
Töchter, von denen die eine über, die andere unter 15. Jahren waren. 

IV. 

♦ Im Jahre 1780 wird Mendel P. plötzlich zur 

Aufgabe der Branntweinpacht gezwungen. Dies geschah infolge 
'' der am 8.3. 178Ö erlassenen preussisch. Verordnung, dass die 
von Adal mit ihren Gütern sich weiterhin keiner J. bei ihren 
Oekonomieen und Wirtschaf tsangelegenöheiten bedienen, sondern 















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dass die in Schlesien tolerierten J. sich lediglich mit den 
Comercies und Handlung beschäftigen sollen. Diese Verordnung 
wurde heftig bekämpft, aber erst nach dem Tode Fr.d.Gr. (1787) 
wieder aufgehoben. Trotz der kurzen Geltungszeit dieses Ediktes 

erschütterten seine Auswirkungen das wirtschaftliche Gefüge, 
'besonders der sc hfcesi sc he n Landjudenschaf t , d.h.d. schles.J., 

die ausserhalb der drei Städte Breslau, Glogau und Zülz wohnten. 



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Zu den J., die sich damals unwilligen Herzens umschichten 
mussten, da ihnen ihre bisherige -Existenzgrundlage durch das 
,td Edikt plätzlich genommen wurde, gehörte auch Mendel Pr. 

Er nahm auch als unmittelbar betroffener Delegierter an einem 
' -Gemeindetag der sohles. Land Juden seh aft teil, der eine Abordnung 
nach B?lin entsandte. Aber alle Protestaktionen jüd. und nichtflüd»- 
weits halfen nichts. So musste nun Mendl Pr. das Schlcbss- Brau- 
ürbahr, das er 27 Jahre hindurch pachtweise bewirtschaftet 
hatte, abgeben und zum Handel £bergehen. ' 






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V. 
Am 29. 9. 1730 bat er die herzogl. Re/gierung 
um die Handelsgenehmigung in Bernst., die ihm auch vom Herzog 
anstandslos erteilt wurde. Wie angesehen er beim Herzog war, 
ergibt sich auch daraus, dass er auf herzogl. Befahl von der 
Zahlung des Schutzgeldes, das sonst alle J. zu entrichten hatten, 
befreit wurde, wahrscheinlich gegen Erlegung einer einmaligen 
Abstandssumme. 

Auch in seinem neuen ^erufe als Handelsmann schein t 
sich sein Vermögen nicht gemindert zu haben. Er hielt sich, 
wie alle wohlhabenden J. seiner ^eit, einen eigenen jjttd. Haus- 
lehrer für seine Kinder und eine jüd. Köchin. Als_ im Jahre 
1784 bei den wohlhabenden jüd. Mitgliedern der jüd. Gemeinden 
eine Umlage erhogen wurde, um die alten Schulden dieser Ge- 
meinde zu decken, wurde aus Bernst. ursprünglich nur Mendel Jochim 
P.mit einem ^etrage von 50 Rtl. herangezogen, zu dem später nur 
noch ein anderer J. mit einem Betrage von 20 Rtl. trat. Ueber das 
Vermögen Mendel J. Pr. gibt diese Umlage Auskunft, denn eine 
Bemerkung sagt dazu» M.J. hat nach Anzeigen des Magistrates 



1300 und des (jüd.4 Toleranzamtes 1500 Rtl. Vennögen." 
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Nach Aufhebung des Verbotes der Branntweinpachtung 

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an ot^i. scheint Mendel Pr. wieder zu seinem alten Be-ufe 
zurückgekehrt zu sein. In seiner Todesanzeige wird er ausdrück- 
lich als Brau-ürbahrs Arrendator genannt. Wie wichtig seine 
Person war, ergibt sich, daraus, dass bei der herzogl. Kammer 

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sein Tod besonders angezeigt bb<Js wurde und zwar in folgender 
noch heute in den Akten vorhandenen Form! Bernst . 22. VIII. 1794. 
E?er hochwohllöbl. Cammer neigen hierdurch untertänigst an, 
dass gestern Abend um 9 h der Brau- Urbahrs Arrendator und 
Besitzer eines Freihauses in der Stadt allhier Mendel Pr. 
jählings gestorben ist. Kühnel." In dieser Urkunde wird zum 
1. Mal sein/ Familienname Pr. in den Akten erwähnt, ^endelist 
auf dem schön "gelegenen Friedhof der Benst. Gemeinde beige- 
setzt worden, der sich mitten im Wald bei den Ortschaften 
Hinken und Müllatschütz befindet. Seine Witwe überlebte ihn. 
Sie erhält 1812 zusammen mit seinen Söhnen Josef, Löbl und 
Meier in Bernst- die preüss. Staatsbürgerschaft. 

Einer der '6 Söhne des Mendel , und zwar wohl einer 
von den älteren war der nach dem Grossvater benannte Chajim 
Joachim (Heiman) Pr., von dem aber bisher nichts weiter be- 
kannt ist, als dass er sich (wahrscheinlich als B ra nntweinpächter) 
erst in Müllatschütz, dann in Bernst. aufhielt. Er starb im 
19. XII. 1791 zu Lebzeiten seines Vaters und ist auf dem W*ld- 
friedhof in Mtihlatsohütz begraben. 
VII. 
Ein Sohn dieses Jochim Chajlm Heiman Pr. 
war der am 25. 9. 1788 in M. geborene Löbl Joachim Pr. , (. Jehuda 
beixChajim)'. Er war verheiratet in I.Ehe mit derjRebekka, einer 
am 14. X. 1791 in Rosenberg in Schi, geborenen einer 
Tochter des Samuel Weigert, der von 1737- 1835 als Schank- 
pächter und Händler in den Dörfern des Kreises Rosenberg lebte 
und 1835 in Rosenberg gestorben Ist. Samuel war ein Sohn des 



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sonst nicht weiter bekannten Hilel Weigert; der in Bischctorf 

bei Rosenberg wahrscheinlich auch als Schankpächter geleb t 

hat. Sam. Y/eigert war verheiratet mit Reisel (Rosa), die von cca 

1760-cca 1835 lebte und die Tochter eines gewissen 
Salomo(Sachs?) aus Zülz (0.8.) gewesen ist. Zu den Nachkommen 

des Salomo Weigert gehört auch der Nobelpreisträger Paul 
Ehrlich, der durch seine Mutter ein Uarenkel des S.W. war. 
Löbl Jehuda Joachim Pr. betrieb wohl auch das Gewerbe seiner 
Vorfahren, die Branntweinbrennerei, er war ziemlich ruhelos 
und pachtete Branntweinschenken in den verschiedensten Ort- 
schaften. So finden wir ihn 1812-18 in Strehlitz (Kreis Namslau) , 
wo er 1812 die preuss. ' Staatsbürgerschaf t erhielt*. 1822 zu 
Ottendorf , (Kreis Wartebberg) 1824 zu Stradam (Wartenberg) 
und 1827 zu Langenhof (Kr.Oels) . Sein' Wohnsitz behielt er 
aber in seiner Heimatst. Bernst., wo er 1818 das Haus Nr. 253 
bewohnt. Später 1939 finden wir ihn als Arrendator in Dometzko, 
(Kr.Oppeln). Schliesslich lebte er als Brauereibesitzer in 
Oppeln, und heiratete nach dem 1851 erfolgten Tode seiner 
Frau Reb. Weigert, Friederike, geb. Ebstein. Diese Ehe war 
kinderlos. 

VIII. 
4m 19. II. 1810 wurde Löbl Jehuda Pr. in Bernst. ein 
Sohn geboren, "den er nach seinem Vater Chajim nannte und der 
entsprechend den deutschen NamenHeiman erhielt. *Er war derl.von 
vier Söhnen. (Eduard und Emmanuel hatten in Neisse eine Brauerei, 
Ed. später in Breslau.) Auch er verliess das Gewerbe seiner 
Ahnen nicht. 1830 finden wir ihn/ zusammen mit Raffael Ledermann 
aus Bernst. in Freuden thal (österr'.Schl. ) bei der dortigen jüd. 
bekannten Brennerei Blühdorn beschäftigt. Später wurde er Bier- 
brauer in Opfieln, wohin er 1839 zog. Am 2.1 . "1829 heiratete 

er in Rosenberg, die dort am 22. I. 1815 geborene $ Fanny (Veigele) 
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Rosin. Ihre beiden Grossväter Israel Rosin und Naftali Zwi 
(= Hitsch Schlesinger) müssen äusserst gelehrte Männer ge- 
wesen sein, denn sie trugen beide^ den ehrenden jüd, Titel 
"morenu" (=unser Lehrer), der, wie bekannt. las ein Prädikat 
der jM. Gelehrten ist. Ihr Vater, mit Namen Menahem Mendel 
Rosin, der Gellen, die Tpchter des Zwi erhalten hatte, er- 
hielt 1812 die preuss. Staatsbürgerschaft, und zwar in Ro- 
senberg, wo er ansässig war. Er war Lehrer von Beruf, betrieb 
aber nebenbei, wahrscheinlich wegen des geringen Einkommens, 
das Schankgewerbe. 

Mendel Rosin zog am 31. VI. 1846 nach Tarnowitz, wo er am 
l.IV. 1847, und seine Frau am 14. iÄ IX. 1847 starben. Sie 
liegen beide in Tarnowitz begraben. Eines seiner Kinder, der 
am27.V.1823 in Rosenberg geborene David Rosin. der von 1866 
bis zu seinem am 31. XII. 1894 erfolgten Tode Dozent am Bres- 
lauer Rabbinerseminar , und zwar für Bibel, he br. Grammatik, 
Religionsphilosophie und Homiletik war, wxx Sein einziger 
Sohn war Prof. Heinrich Rosin, Arzt in Rosenberg. Ein ande- 
rer Sohn von Israel Rosin war der Vater des Juristen Heinrich 
Rosin in Preiburg i.Brg., der im Weltkrieg einen Sohn als Flie- 
ger verlor. 

Heiman Pr. hatte wie erwähnt, die am 22.1. 1815 geborene 
Veigele Rosin geheiratet. Dieser Ehe entsprossen ^ Kinder, 3 
Söhne und 6 Töchter. Fanny Pr. starb am 21. VII. 1867-r 
Ihr Mann Heiman folgte ihr am 23. III. 1875 . Sie sind beide 
am j "d. Friedhof Opp&ln begraben. 





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Paul Ehrlichs Stammbaum abgedruckt inj Mitt. d.Ges.f . jüd.Fa- 

milienforschuhg,IX.1933.H 34, S.5*9 

Ueber David Rosin: H.Heppner, jüd. Persönlichkeiten in und aus 

Breslau. (Breslaul931S. 38-39) j 

Die Vorfahren der Frau Ida Ledermann geb.Pr.aml8.II .1842/in Oüueln 

^inBeitrag zur Gesch d6T Bamilie Pr# 



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Akademische Laufbahn 



Ernst Georg Pringsheim 
geb. 26. Okt. 1881 in Breslau 

Dr.phil Leipzig 1906 

Assistent am Pflanzenphysiologischen Institut der Univer- 
sität Breslau 1906 - 1909 
Assistent am Botanischen Institut der Universität Halle 

!909 - 1919 

Sanitätssoldat, später Unteroffizier und Beamtenstellver- 
treter bis zum Ende des Krieges im Jahre 1918 
Habilitiert als Privatdozent in Halle 1909 

1920 Assistent am Pflanzenphysiologischen Institut der Uni- 
versität Berlin und später ausserordentlicher Professor, 
bis 1923 

Von 1923 . 1939 Professor an der Deutschen Universität in 
Prag und Direktor des Pflanzenphysiologischen Instixutes 
una Gartens* * 

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Prag, den 20. Nov. 1936 



Herrn 

Dr.O.D.Knoche 



Amsterdam 



Sehr geehrter Herr Doktor! 

Verzeihen Sie, dass ich Sie habe warten laseen. 
ich wollte Ihre Präge möglichst vollständig beantworten und 
hatte nicht alle unterlagen beisammen. Nun habe ich die 
auch mir erwünschte Gelegenheit benutzt das Erreichbare in 
Form eines Stammbaumes zusammen zu stellen. Um mehr zu er- 
fahren m< sste man Jemanden beauftragen bei den Kultusgemeinden 
nachzuforschen. Es dürfte sich lohnen. 

Zunächst Ihre mich unmittelbar angehenden Prägen: 
Mein Bruder, Prof.Dr.Hans Pr. ist Biochemiker, hat sich aber . 
auch mit Bakteriologie beschäftigt, wozu er durch die Gärun.s- 
chemie kam. Ich selbst bin Pflanzenphysiologe und Bakteriologe, 
-richtiger «ikrobiologe-, da ich mich nicht auf Bakterien 
beschränkt habe. Seit langem ist die Physiologie der Algen 
mein Lieblingsfabaet. «er von uns Br, dem den anderen ange- 
regt hat, läset «ich nicht mehr feststellen. Wir haben auch 
zusammen bakteriologische Arbeiten publiziert. Unser dritter 
Bruder ist Jurist und gleichfalls Professor. 

Wie Sie aus beillegendem, vielleicht nicht ganz zuver- 
lässigem Stammbaum ersehen, ist es höchst wahrscheinlich, 
dass ich wirklich ein Urenkel von Samuel Weigert bin. Jeden- 
falls betrachtete mein Vater den Pathologen Carl Weigert 
als einen entfernten Vetter, und es ist ziemlich sicher, 
dass seine Grossmutter eine Weigert war. Es gibt noch einen 
Physiker Weigert, früher in Dresden, dessen Sonderfach Photo- 

ohemie war. 

Die verwandtschaftlichen Beziehungen der drei Linien, 
welche Wissenschaftler hervorgebracht haben, sind gleichfalls 



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slemlich sicher. Leider ist mir der Name des Stammvaters aus 
Bernstadt, in Mittelschulen an der Weide, (ander auch das 
Gut meines Vaters, Weidenhof lag) nicht bekannt. Ebensowenig 
die Namen seiner drei Söhne, die die drei Linien begründet 
haben. Unbekannt ist mir ferner das Alter und der Ursprung 
des Namens, der an westdeutsche Orte wie Ringshelm und 

Prungeshelm anklingt. 

Die verwandtschaftlichen Beziehungen mit de« Komm.Rat 
Hugo Pr., der Bankier war, und dessen Tochter tatsächlich 
mit dsm Landrat von Achenbach verheiratet war, haben wir 
selbst vergeblich aufeuklären verbucht. 

Wir drei Brüder hatten immer den Elndruok, dass unsere 
Neigung zur Wissenschaft von der Mutter käme, aber eine 
«•wisse Familienähnlichkeit, s.B. mit Peter Pr. und die 
Häufung von 2 Botanikern, 1 Mathematiker und 1 Chemiker kann 
doch kein Zuf.U sein. Auch soll mein Urgrossvater Domänenpcähter 
„ewesen sein, mein Orossvater Heimann Pr. liebte neben seiner 
aus kleinsten Anfängen entstandenen Brauereinund der später 
hinzugekommenen Zementfabrik besonders sein "Vorwerk", 
.inen kleinen Landbesitz und mein Vater, eing rosser Tier- 
und Pflanzenfreund hat die Industrie verlassen um Landwirt 
BU werden. Auch das ist wohl kein Zufall. 

Die Angaben, die Sie Werner Magnus verdanken, stimmen 
nicht in allen Punkten mit meiner Zssammenstellung «berein. 
Ich erkundige mich welter und werde Ihnen noch mitteilen, 
was ich etwa noch finde. Pur Ihre eigenen Ergebnisse in 
der Pamilienforsctnwir habe ich das grösste Interess«. 
In der grössten Hochachtung 






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Herr ProfJUg»». J«t»t faatgast.llt bat, dl. «attl 
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♦ ii« w.t Dadurch wurde unter andre« die Abstammung des 

^S3wS» diesen, indir.lt *u . di. de, Biaenbahnunteme.- 
ITr. T^r*. «i- —3, d.e -.—r. U*.d *., und ...- 

m w*-,. n*r fo hiMi Oattin Thomas Banns. 
" rU " rSiJ: S^uf-T-U^ noo> nicbt «. .erwandtsohan- 
11..- B.xi.r«r. folge.der Pers*nUol0.iten .U Sa»u.l tigert zu kl- 

t Sl r,t, X^H^r «rüder (Vorne-eT), Batterloioge und *r 

Herr vUr. der Hitterg.tsbeslt.er Hugo Pringshei.; der «eh.fc>.mer- 
i La! Hu«o P. seine Kinder Paul., T.r.h.von Achenbaoh, und Harry/. 

^TZT^T^ -oglio- »nd aatten Sie wl.Xl.loht die ^- 
;;ju Blr über'sloa und die andren genannten Persönlich*.! en g e- 
I^i h. i-l«-« .u erteil.nT irnol^d Zweig spricht au . ,5 

, a +«„w.«i jnAantelt" von Ihnen and nennt Sie mer- 

«selner -Bilanz der deutschen JuWbiiw '•» xt *" 

nieht Sie beiden »rader daroh einander^ Könnten bie » 

nicht bie B8«.u c T il- .«•«l-tlta ■ Ar#bimtsgebiet and das 

Tätigkeitsgebiet des i>eh. Komm .rata Httgo P.T 

I*d.« ich .hoff, lür. Zelt mithin** verschiedenen Anfragen 
iBa# . M Bthffli . aQkr geehrter Herr Professor, 

nicht allsa sehr in insmpuoh zu nehme», t aeir g 

In ausgezeichneter Hoohachtui* 




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Abschrift 



Dbc.U, 1958 



«*- ,.i h.™ b.c. «^gj» rÄ eloei8ChM 



Henrich Bedarf» Mardcwald gab 1816 W^'S^.« M »« C 
X Charlotte gab. 1851 g..t.l872 verh. GaheiMrat bM| «ax Goldbergar 
,. Bann» »«M J*. lg ^T^^^"^^^ ^ 

2. last 1883 : 

3. Rolf 1886 gest.1903 

fe Äorfgab.1901 P^atlehrar Breslau 

3 ' ^^rÄHanrUar^Ä^Ö P~f o.C^.T.cb.Hocb.cb. 
vcrh. Clara Goebbels 

2 . ITX 1878 -^^^n^' Adnitaltaet8rSt 

3. Tvr.Wilhel« geb. 188U gest.1831 

U . uartb. gab. 1857 verh. Fgf. ~ U£— g^JÄ"^««! 
Kind: Kaethe geb. 1885 vertu uesan^wr München 

Kindt Maria Riesler geb. 1917 

5. »argaratba 1861 - 1921 Bari* ve*>. ^.Victor *»< Vicapraa.iaent 

d. Kammer gerichts 
Kindt Dr. Margarethe Ring geb. Iöö7 






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End of Pringsheim Family Collection